Das Geschäft mit dem Sex
“Na Süßer, wie wärs mit uns beiden?” – Das Rotlichtmilieu, faszinierend und unheimlich zugleich, eine Halbwelt mit eigenen Gesetzen, in der Vergnügen, Gewalt und Verbrechen Hand in Hand gehen. Prostitution, Glücksspiel, Drogenhandel und Erpressung sind hier, mehr oder weniger offen, an der Tagesordnung.
Die Liebesarbeit der Frauen auf dem Strich und in den Bordellen ist selbst erst seit 2002 legal. Der Begriff des Rotlichtmilieus als Synonym für einen städtischen Raum, für den käuflicher Sex und Kriminalität charakteristisch sind, geht auf die roten Lampen zurück, die die Eingänge und Innenräume der Etablissements zierten. Rot ist zudem die Farbe, die sowohl mit Liebe, Lust und Leidenschaft als auch mit Gefahr und Sünde assoziiert wird.
Während in ländlichen Gegenden die lokale Prostitution meist in einzelnen, abgelegen liegenden Häusern stattfindet, existieren in den Städten in der Regel ganze Stadtbereiche, in denen käufliche Liebe und artverwandte Geschäftszweige wie Strip-Clubs, Pornokinos und Sex-Shops geballt auftreten, weshalb man in diesem Zusammenhang auch von einem Rotlichviertel spricht. Zu den berühmtesten Rotlichvierteln zählt ohne Frage der Hamburger Kiez mit der Reeperbahn und der Herbertstraße, wo die meisten Nutten Hamburg zu finden sind. Wo beispielsweise die Nutten Berlin und seine Einwohner mit ihren vielfältigen Liebesdiensten versorgen, können Touristen im allgemeinen von jedem ortskundigen Taxifahrer erfahren, denn im Gegensatz zur schillernden und populären sündigen Meile auf St. Pauli sind die Rotlichtregionen anderer Städte und deren örtliche Position meist nicht gemeinhin bekannt.
Die Prostitution wird gemeinhin als das älteste Gewerbe der Welt bezeichnet, tatsächlich findet sie nicht nur in der Bibel Erwähnung, genauso gibt es Überlieferungen aus dem altertümlichen Babylon und von den Phöniziern, bei denen Tempelprostituierte für Geschenke sexuelle Handlungen aus kultischen Gründen vollzogen. Generell leuchtet es ein, dass die Prostitution etwa genauso alt ist, wie die Menschheit, nur ist davon auszugehen, dass früher eher Nahrungsmittel und andere Naturalien als Bezahlung dienten, denn Geld oder geldähnliche Tauschwährungen. Zeit ihrer Existenz wurde die Prostitution mit heuchlerischer Doppelmoral durch die Gesellschaft behandelt. Einerseits wurde sie öffentlich als sündenhaft, schmutzig, abartig und unmoralisch verachtet, andererseits galt sie vor allem für junge Männer als notwendiges Erprobungsfeld. Noch heute vertreten selbst die europäischen Staaten grundsätzlich verschiedene Haltungen gegenüber der Ausübung, Legalität und soziokulturellen Bedeutung der Prostitution. So rief beispielsweise der schwedische Gleichstellungsbeauftragte zu einem Boykott der in Deutschland stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft auf, da die Prostitution zu diesem Zeitpunkt in Deutschland bereits legalisiert war, in Schweden jedoch zum Schutz der Rechte der Frauen verboten ist.
Die Geschichte hat jedoch eins mit Sicherheit gezeigt: ganz gleich, ob legal oder illegal, Prostitution gibt es überall und zu jeder Zeit.
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