Sex und Technik
Herbert Marshall Mc Luhan, der kanadische Philosoph (geboren 1911) bezeichnete bereits 1951 die „Durchdringung von Sex und Technologie“ als einen „der eigentümlichsten Grundzüge unserer Welt“. Er deutete die Entstehung dieser Verbindung damit, dass einerseits die Begierde bestünde „die Sphäre des Sex durch Technik zu erweitern“ und auf der anderen Seite Maschinen in einer Art sexuell befriedigenden Art und Weise zu beherrschen.
Ein gutes Beispiel von diesem Zusammenspiel zwischen Technik und Sex zeigt die Geschichte der Verbreitung des Videorekorders. Zu Anfang der technischen Neuerung zeigten die Hollywoodstudios zunächst kein Interesse, jedoch nutzte die Erotikbranche die neue Technik für sich. Etwa mindestens 75 Prozent der Videokassetten die verkauft wurden, zeigten erotische Aufnahmen.
Nicht viel anders entwickelte sich auch der Gebrauch des Telefons. Das erotische Gespräch am Telefon brachte einen neuen Aspekt in der Erotik, die Anonymität und der rein verbale Austausch führte zu einer Form von Erotik, wie sie zuvor kaum möglich gewesen wäre. Und erfreute sich schon in seinen Anfängen großer Beliebtheit. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde in den USA der Telefonmarkt freigegeben, im Anschluss daran wurde Sex am Telefon schnell zu einem großen Geschäft. Und das ließen sich die Nutzer auch nicht so einfach wieder nehmen. Als im Jahr 1991 erotische Telefonate in kommerzieller Nutzung verboten wurden, nutzten Anbieter und Nutzer die Gesetzeslücke, dass dies nur im Inland gelte und schalteten die erotischen Gespräche über das Ausland. Statistisch festgehalten wurde das z.B. in der Verzeichnung eines sprunghaften Anstiegs von Telefonverbindungen in einen afrikanischen Kleinstaat von 40 000 Minuten in einem auf 13 Millionen Minuten im nächsten Jahr.
Auch im Internet waren die Erotik-Geschäftemacher von Beginn an Vorreiter neuer Technologien. So kümmerten sie sich schon frühzeitig um Verfahren zur Anonymisierung, effektive Datenkompression und sichere Zahlungsmöglichkeiten.
Abgelegt unter Allgemein